Natural Hoof Care

Natural Hoofcare ist die effektivste und schonendste Art der Hufbearbeitung. Der Begriff "Natural Hoofcare" kommt aus den USA und wird dort von den Barhufspezialisten verwendet, welche sich bei der Hufbearbeitung am wilddiebenden Mustanghuf als Vorbild für gesunde Hufe orientieren. Da sich unsere domestizierten Pferde in ihrer Anatomie und Physiologie nicht von der der Mustangs unterscheiden, können die bei Mustangs gemachten Beobachtungen und Forschungen direkt auf deren Hufe angewendet werden. Der einzige Unterschied zwischen den Hufen der Mustangs gemachten Beobachtungen und bei den Mustangs ein Gleichgewicht zwischen Wachstum und Abrieb besteht. Bei unseren Pferden ist dieses in der Regel zu Ungunsten des Abriebs gestört. Daher muss der Mensch in regelmässigen Abständen korrigierend eingreifen und eine Hufpflege durchführen.

Hierbei orientiere ich mich an den Beobachtungen und Forschungen vom amerikanischen Barhufspezialisten Pete Ramey, welcher zu den weltweit erfolgreichsten Therapeuten von Huf- und Beinerkrankungen zählen. Allerdings dienen die Erkenntnisse aus Beobachtungen an Mustanghufen nicht dazu, reihenweise originalgetreue Nachbildungen von Mustanghufen zu produzieren. Es wird keine theoretisch ideale Hufform oder Stellung aufgezwungen. Vielmehr werden die Hufe nach diesen neuesten Erkenntnissen so bearbeitet, dass durch Unterstützung der Selbstheilungskräfte des Hufs die für die jeweilige Situation optimale Hufform entsteht.

 

Ein Zusammenspiel aus; artgerechter Haltung, viel Bewegung, richtiger Ernährung, korrekter und regelmässiger Barhufpflege

sorgen für die Regeneration der Hufe, oder erhält sie von klein auf gesund und leistungsfähig. Bei einer Umstellung auf Barhuf beginnt man mit Bearbeitungsintervallen von 2-4 Wochen und steigert diese mit der Zeit auf ca. 6 Wochen beim gesunden Huf. Längere Abstände verhindern meist den gewünschten Erfolg. Das wichtigste für gesunde Hufe und hochleistungsfähige Hufe ist immer möglichst viel Bewegung. Deshalb lege ich grössten Wert darauf, dass unsere Pferde frei und schwungvoll laufen können. Sollte dies anfangs nicht möglich sein kommen zumindest zeitweise Hufschuhe zum Einsatz.

Der Huf

Hufschuhe

Temporärer Hufschutz ist zuweilen nötig um den Teufelskreis zu durchbrechen. Der Teufelskreis besteht darin, daß sich kranke Hufe nur dann regenerieren und gesunden können wenn sich das Pferd bewegt. Ein krankes Pferd mit Schmerzen in den Hufen will sich aber nicht bewegen. Schon schließt sich der Kreis. Die Bewegung des Tieres ist notwendig um die nötigen Reize zu geben, damit sich Gewebe und defekte Strukturen erneuen können.

Permanenter Hufschutz (Eisen, Kunsttoffbeschlag, diverse Kombinationen aus beiden) bringt das Pferd zwar in der Regel zunächst zum Laufen, schafft aber sofort neue kontraproduktive Situationen durch die Blockierung des lebensnotwendigen Hufmechanismus, durch Deformation der Hufkapsel usw. Die Lösung kann also nur eine temporäre sein - dafür haben sich Hufschuhe bestens bewährt.

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